Wer Fett isst wird schlank – Die Anabole Diät

In vielen Fachzeitschriften für Bodybuilder wird, genauso wie in eigens dafür verfassten Buchtiteln, die anabole Diät propagiert. Bei der anabolen Diät handelt es sich um eine Ernährungsform, die sich auf die Evolutionstheorie stützt. Den Kern dieser Diät stellt eine fleisch- und fettreiche Ernährung dar, während auf Kohlenhydrate möglichst gänzlich verzichtet wird. Durch eine Ernährungsumstellung weg von den Kohlenhydraten und hin zu viel Protein und Fett soll ein körperlicher Zustand erreicht werden, der Ketogenese genannt wird.

Die anabole Diät wird vorwiegend von Bodybuildern und Sportlern angewandt. Ziel ist es, den Körper dahingehend umzustellen, dass die benötigte Energie nicht mehr aus den Kohlenhydratspeichern, sondern aus Fettzellen absorbiert wird. Wenn dieser Zustand erreicht ist, befindet sich der Körper in der so genannten „Ketose“. Auf dieser Basis soll der Körperfettanteil massiv gesenkt werden, während der Muskelaufbau beschleunigt wird. Die Grundlage dieser Diät stellt die „Atkins-Diät“ dar, auf deren Basis ein kanadischer Sportwissenschaftler und Mediziner namens Mauro Di Pasquale diese Diät entwickelt hat. Sein Ziel war es, den Körperbau kanadischer Bodybuilder in eine ideale Form zu bringen und zeitgleich auf Steroide verzichten zu können.

Im Zuge der anabolen Diät soll möglichst komplett auf Kohlenhydrate verzichtet werden. Für Bodybuilder gibt es hier eine Ausnahme, die sich „Ladephase“ nennt. Hier wird 5-6 Tage auf die Zufuhr von Kohlenhydraten verzichtet, damit sich die Muskeln völlig entladen können. Darauf folgen 1-2 Tage der besagten Ladephase, währenddessen die Muskeln wieder vollständig mit Kohlenhydraten aufgefüllt werden. Während die Einnahme von Kohlenhydraten möglichst gänzlich vermieden werden soll, wird die Nährstoffaufnahme von Protein und Fett drastisch erhöht. Die Ernährung während der anabolen Diät sollte im Idealfall ca. 30% Eiweiß und 70% Fett beinhalten. Ziel dieser Ernährungsumstellung ist es, die Insulinproduktion des Körpers möglichst auf Null herunterzufahren. Insulin ist für die Verstoffwechselung der Kohlenhydrate verantwortlich und begünstigt die Fetteinlagerung im Körper. Im Zuge der drastischen Verringerung des Insulinspiegels soll die Zunahme der anabolen Hormone im Körper erreicht werden. In Verbindung mit einem intensiven Muskeltraining soll der Effekt eines erhöhten Muskelwachstums in Verbindung mit erhöhter Fettverbrennung auftreten.

Der Körper wird durch den Entzug der Kohlenhydrate gezwungen, die notwendige Energie nicht mehr aus den eingelagerten Kohlenhydratreserven zu beziehen sondern aktiv aus den Fettzellen des Körpers. Dieser Zustand wird „Ketose“ genannt und bedeutet im Grunde die Energiegewinnung aus Fettzellen. Eintreten soll dieser Zustand bereits nach 1-3 Tagen nach Begin der anabolen Diät, in Einzelfällen kann es allerdings auch länger dauern. Ein Nebeneffekt dieser Ernährungsform ist das Gefühl, sehr schlapp zu sein, denn der Körper giert nach den gewohnten Kohlenhydraten. Sobald man sich allerdings an diese Diät gewöhnt hat, lässt der Heißhunger auf Kohlenhydrate stark nach und verschwindet schlussendlich völlig. Es tritt der gewünschte Effekt ein, schnell Muskeln aufzubauen und gleichzeitig verliert man eine große Menge Körperfett.

Die anabole Diät teilt sich dabei in 2 verschiedene Phasen ein, die strikt eingehalten werden müssen, um Erfolg zu haben. Während Phase I ernährt man sich möglichst komplett frei von Kohlenhydraten über einen Zeitraum von 5-6 Tagen. In Phase II ändert man die Struktur der Nahrungsmittel durch die Reduzierung des Fettanteils bei gleichzeitig drastischer Erhöhung der Kohlenhydrataufnahme. Diese zweite Phase wird „Ladephase“ genannt.

Um die Ernährungsumstellung ein wenig besser verstehen zu können, sind nachfolgend beide Phasen mit Lebensmittelbeispielen versehen.

Phase I (Entladephase)
Während der I. Phase muss auf Kohlenhydratreiche Lebensmittel wie Reis, Pasta, Kartoffeln, Zucker, Brot, Mais, Bohnen, Erbsen und Karotten verzichtet werden, um den Zustand der Ketogenese zu erreichen. Während dieser Phase sollte dafür sehr viel Fisch, Fleisch, Wurst, Käse, Eier und Speiseöle verzehrt werden. In geringen Mengen sind auch Gurken, Blattsalat, Brokkoli, Sauerkraut und Spinat erlaubt.

Phase II (Ladephase)
Während in Phase I noch möglichst Komplett auf Kohlenhydrate verzichtet werden muss, muss man während der Ladephase möglichst viele Kohlenhydrate zu sich nehmen. Dazu gehören Kuchen, Cola, Pasta, Brot, Schokolade und dergleichen mehr. Die Ladephase dient dem Auffüllen der entleerten Kohlenhydratspeicher der Muskulatur und verhindert auch Heißhungerattacken sehr effizient.

Einziger Kritikpunkt der anabolen Diät ist die gesteigerte Nierenbelastung, welche sich um den Abbau des überschüssigen Eiweiß kümmert. Bei der anabolen Diät steigert sich zudem auch die Harnsäureproduktion, was in seltenen Fällen zu Gicht führen kann. Bei gesunden Menschen ohne vorherige gesundheitliche Einschränkung ist eine körperliche Beeinträchtigung allerdings sehr selten.