Kompostieren ist nachhaltig und spart Geld. Die Abfälle landen nicht in der Biotonne und statt Blumenerde kaufen zu müssen, stellt man sie einfach selbst her. „Ja schön“, wird mancher denken, „für Leute mit Garten eine feine Sache, aber wie soll ich in meiner 3-Zimmer-Wohnung bitteschön einen Kompost platzieren?“ Tatsächlich ist Kompostieren nicht nur ein Privileg für Gartenbesitzer. Bereits auf einem kleinen Balkon lässt sich ein Kompostierer wunderbar realisieren und selbst ganz ohne Außenfläche ist es möglich, Küchenabfälle in fruchtbare Erde zu verwandeln.
Für das Kompostieren auf kleinstem Raum bieten sich zwei Möglichkeiten an: Entweder ein einfacher Balkonkomposter oder der Wurmkompost. In diesem Artikel wird die erstere Methode vorgestellt. Weitere Anleitungen zum Selbstbau finden sich bei top-komposter.de.
Der Balkonkomposter ist eine einfache Ausführung der auch käuflich erhältlichen Schnellkomposter. Es handelt sich dabei um eine einfache Plastiktonne mit Deckel, an der unten und an der Seite Löcher gebohrt werden. Wie groß die Plastiktonne sein soll, hängt von der durchschnittlichen Abfallmenge ab, die bei Ihnen anfällt. Wenn Sie sich unsicher sind, greifen Sie auf eine Plastiktonne mit ca. 75 Litern zurück. Mit einer Bohrmaschine werden unten sowie an der Seite (min. 30cm hoch) Löcher gebohrt. Dies dient der Zufuhr von Sauerstoff, neben Feuchtigkeit und Wärme eine wichtige Voraussetzung, dass der Kompostierprozess stattfinden kann.
Als Untersatz dient eine große Blumenschale auf die zwei Holzstücke gelegt werden. Darauf wird die Plastiktonne positioniert. Durch die erhöhte Lage der Plastiktonne kann anfallende Flüssigkeit nach unten in die Schale abfließen und Sauerstoff in die Tonne gelangen. Verschließen Sie die Tonne mit einem Deckel.
Nun kann es losgehen: Zunächst wird in die Plastiktonne eine Schicht kleingeschnittener Äste gelegt. Darauf können nun die Küchenabfälle geschüttet werden. Wie auch bei einem normalen Komposter im Garten müssen beim Balkonkomposter einige Grundregeln eingehalten werden: Schneiden Sie die Küchenabfälle möglichst klein. Je kleiner die Abfälle, desto geringer ist die Gefahr dass der Kompost faulig wird. Küchenabfälle enthalten oft viel Feuchtigkeit, daher ist es notwendig, regelmäßig kleinere Äste oder auch kleingeschnittene Pappe hinzuzugeben. Zu trocken darf der Kompost allerdings auch nicht werden. Sollte dies einmal der Fall sein, geben Sie einfach ein wenig Wasser hinzu. Als Faustregel gilt: der Kompost sollte etwa soviel Feuchtigkeit wie ein ausgedrückter Schwamm haben. Ein Kompost ist auf Diversität angewiesen – füllen Sie ihn also möglichst mit unterschiedlichen Materialien.
Beachten Sie diese Tipps, so werden Sie nach einigen Monaten fruchtbaren, feinkrümeligen Kompost ernten können. Sie haben dazu zwei Möglichkeiten: entweder Sie heben die noch nicht kompostierte obere Schicht ab, oder Sie legen einen zweiten Komposter an, den Sie befüllen, bis sich der erste vollständig zu Erde umgewandelt hat. Ab ca. 40€ sind im Handel auch Schnellkomposter erhältlich, die unten eine Klappe besitzen. Dort kann die bereits fertige Erde einfach unten entnommen werden.